Vulpes vulpes
Der Rotfuchs: vom Wald in den Stadtgarten
Kaum ein anderes heimisches Wildtier hat sich so entschlossen an den Menschen angepasst wie der Rotfuchs.
Wald und Stadt im Vergleich
Derselbe Fuchs, zwei völlig verschiedene Reviere: Zieh den Regler.
Wald
Stadtgarten
Der Rotfuchs gilt als klassischer "Kulturfolger": Er ist heute in vielen deutschen Städten in Parks und Gärten heimisch.
Nach rund 52 Tagen Tragzeit bringt die Füchsin im Frühjahr 4 bis 6 blinde Welpen mit 80 bis 100 g Geburtsgewicht zur Welt.
Ein Allesfresser mit Plan
Der Erfolg des Rotfuchses als Kulturfolger hat viel mit seiner Ernährung zu tun: Er ist ein ausgesprochener Opportunist und frisst so ziemlich alles, was die Umgebung hergibt: Mäuse und andere Kleinsäuger im Wald, aber ebenso Fallobst, Regenwürmer, Insekten und in der Stadt auch menschliche Essensreste. Diese Flexibilität erlaubt es ihm, in ganz unterschiedlichen Lebensräumen zurechtzukommen, vom dichten Wald bis zum Vorstadtgarten, ohne sich auf eine einzige Nahrungsquelle verlassen zu müssen.
Sozial ist der Rotfuchs weniger einzelgängerisch, als sein Ruf vermuten lässt. Ein Elternpaar verteidigt gemeinsam ein festes Revier, und gelegentlich bleiben Jungtiere aus dem Vorjahr sogar, um beim Aufziehen der nächsten Wurfgeneration zu helfen. In der Stadt sind Fuchsreviere oft deutlich kleiner als im Wald, da das Nahrungsangebot auf engerem Raum konzentrierter ist, ein weiterer Grund, warum sich Füchse in Siedlungen manchmal überraschend nah an bewohnte Häuser heranwagen.
Vom gejagten Tier zum Stadtnachbarn
Das heutige Bild vom Rotfuchs als selbstverständlicher Stadtbewohner ist historisch relativ jung. Über weite Teile des 20. Jahrhunderts hielt die Tollwut die Fuchsbestände in Teilen Europas spürbar klein, da die Krankheit unter Füchsen besonders leicht übertragen wurde. Erst groß angelegte Impfprogramme mit ausgelegten Impfködern konnten die Fuchstollwut in weiten Teilen Westeuropas zurückdrängen, ein Erfolg, der stabilere, gesündere Fuchspopulationen zur Folge hatte und indirekt mit dazu beitrug, dass sich der Fuchs seither so erfolgreich auch in Städten ausbreiten konnte.
Trotz seiner Anpassungsfähigkeit bleibt der Rotfuchs ein scheues Tier: Der direkte Kontakt zum Menschen wird meist so gut es geht vermieden, auch wenn ein Fuchs im Vorgarten heute niemanden mehr sonderlich überrascht.
Auch optisch ist der Rotfuchs unverwechselbar: das namensgebende rotbraune Fell, die schwarzen Ohrspitzen und Pfoten sowie die charakteristische weiße Schwanzspitze machen eine Verwechslung mit anderen heimischen Wildtieren praktisch unmöglich. Im Winterfell wirkt er dabei oft deutlich buschiger und voluminöser als im schlankeren Sommerkleid.
Wer einen Fuchs in der Stadt beobachten möchte, hat in der Dämmerung die besten Chancen: genau dann, wenn die meisten Menschen entweder noch nicht unterwegs oder schon zu Hause sind, und der Fuchs den ruhigen Übergang zwischen Tag und Nacht für sich nutzt.
Häufig gestellte Fragen
Was frisst der Rotfuchs?
Praktisch alles: Mäuse, Fallobst, Regenwürmer, Insekten und in der Stadt auch menschliche Essensreste.
Warum lebt der Rotfuchs heute oft in Städten?
Als „Kulturfolger" nutzt er die menschliche Nähe aktiv, unterstützt durch seine flexible Ernährung und kleinere, nahrungsreiche Reviere in Siedlungen.
Wie viele Welpen bekommt eine Füchsin?
Nach rund 52 Tagen Tragzeit meist 4 bis 6 blinde Welpen im Frühjahr.
Woran erkennt man einen Rotfuchs?
Am rotbraunen Fell, den schwarzen Ohrspitzen und Pfoten und der charakteristischen weißen Schwanzspitze.