Nr. 051 · Entstehungsjournal

Wie ein Ammonit zum Fossil wird

Vom lebenden Tier in einem flachen Jurameer bis zum Fossil im Kalkstein: Scroll durch Jahrmillionen.

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Lebender Ammonit
Einbettung im Sediment
Fossil im Gestein
0JAHRE
Lebendes Tier
Ammoniten lebten in flachen Jurameeren, die einst weite Teile Süddeutschlands bedeckten.

Warum Bayern so viele Ammoniten hat

Die Solnhofener Plattenkalke in Bayern zählen zu den bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Dort wurde neben zahllosen Ammoniten auch der Ur-Vogel Archaeopteryx gefunden, wie er im Museum für Naturkunde Berlin ausgestellt ist.

Ein naher Verwandter lebt noch heute

Ammoniten wirken durch ihre spiralförmige Schale fremdartig, sind aber näher mit heute lebenden Tieren verwandt, als man zunächst vermutet: Sie gehörten zu den Kopffüßern, derselben Tiergruppe, zu der auch Tintenfische und Kraken zählen. Der lebende Perlboot, auch Nautilus genannt, ähnelt in Körperbau und Lebensweise vermutlich am ehesten dem, was ein Ammonit einst war, ein Blick auf einen Nautilus ist damit fast wie ein Blick in die Jurazeit.

Ammoniten verschwanden vor rund 66 Millionen Jahren gemeinsam mit den Dinosauriern beim großen Massenaussterben am Ende der Kreidezeit, nach mehr als 300 Millionen Jahren, in denen sie praktisch jedes Weltmeer besiedelt hatten. Genau diese enorme Zeitspanne und ihre weite Verbreitung machen Ammoniten heute so nützlich für die Geologie: Weil sich bestimmte Arten sehr schnell veränderten, lässt sich anhand der jeweiligen Ammonitenart oft ziemlich genau bestimmen, wie alt eine Gesteinsschicht ist.

Wie man einen Fund einordnet

Für Paläontologen beginnt die eigentliche Arbeit erst nach dem Fund: Anhand von Merkmalen wie der Anzahl und Form der Windungen, dem Muster der sogenannten Lobenlinie (der oft kunstvoll gezackten Nahtlinie zwischen den inneren Kammern der Schale) und der allgemeinen Größe lassen sich Ammoniten bestimmten Arten und damit bestimmten Zeitabschnitten zuordnen. Diese Detailarbeit ist der Grund, warum ein unscheinbarer Steinbrocken für die Wissenschaft mitunter wertvoller sein kann als ein spektakulär aussehendes, aber schlecht erhaltenes Großfossil.

Wer selbst einmal einen Ammoniten in der Hand hält, sieht damit nicht nur ein hübsches Fundstück, sondern ein präzises Zeitdokument, datiert nicht durch Menschenhand, sondern durch die Form der Schale selbst.

Ammonitenfossilien reichen von wenigen Millimetern bis zu über einem Meter Durchmesser, wobei die meisten in Museen gezeigten Exemplare irgendwo dazwischenliegen. Gerade die mittelgroßen, gut erhaltenen Stücke eignen sich am besten, um Laien die charakteristische Spiralform und die feinen Rippen der Schale aus nächster Nähe zu zeigen, ohne dass ein Mikroskop nötig wäre.

Wer selbst einen Ammoniten findet, sollte ihn möglichst im umgebenden Gestein belassen, statt ihn grob herauszubrechen, der geologische Kontext liefert Paläontologen oft entscheidende zusätzliche Hinweise.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird aus einem Ammoniten ein Fossil?

Nach dem Tod sinkt die Schale auf den Meeresboden, wird von Sediment bedeckt, und über Jahrmillionen ersetzen Minerale die ursprüngliche Schalensubstanz.

Womit sind Ammoniten heute noch verwandt?

Mit Kopffüßern wie Tintenfischen und Kraken. Der lebende Perlboot (Nautilus) ähnelt am ehesten dem, was ein Ammonit einst war.

Wann verschwanden die Ammoniten?

Vor rund 66 Millionen Jahren, gemeinsam mit den Dinosauriern, beim Massenaussterben am Ende der Kreidezeit.

Wie bestimmt man das Alter eines Ammonitenfundes?

Anhand der Windungsform, der Lobenlinie und der Größe lassen sich Ammoniten bestimmten Arten und Zeitabschnitten zuordnen.