Nr. 011 · Museumsporträt

Museum für Naturkunde Berlin: Tristan Otto

Der einzige echte Tyrannosaurus-rex-Schädel, den man in Europa im Original sehen kann, steht unter einem gläsernen Kuppeldach.

Warum dieser Saal einzigartig ist

TRISTAN OTTO

Das montierte T.-rex-Skelett ist das einzige Original seiner Art, das dauerhaft in Europa ausgestellt wird.

BRACHIOSAURUS

Im selben Saal steht das höchste montierte Dinosaurierskelett der Welt, ein Brachiosaurus brancai.

OFFIZIELLE WEBSITE

museumfuernaturkunde.berlin: Öffnungszeiten und Tickets direkt beim Museum.

Ur-Vogel-Fossil

Das Museum bewahrt außerdem eines der weltweit bedeutendsten Ur-Vogel-Fossilien: ein Bindeglied zwischen Reptilien und Vögeln.

Was ein Schädel über einen Jäger verrät

Der Tyrannosaurus rex lebte gegen Ende der Kreidezeit im heutigen Nordamerika und war einer der größten fleischfressenden Landtiere, die je existiert haben. Sein wuchtiger Schädel war nicht nur beeindruckend groß, sondern auch extrem stabil gebaut, um den Kräften eines besonders kraftvollen Bisses standzuhalten, eine Anpassung, die Paläontologen aus der Form der Schädelknochen und Zahnansätze rekonstruieren können, ganz ohne einen einzigen Weichteilrest. Genau solche Rückschlüsse sind es, die einen originalen Schädel wie Tristan Otto so viel wertvoller machen als eine reine Nachbildung: Nur am echten Fossil lassen sich feinste Details der Knochenstruktur tatsächlich untersuchen.

Der Brachiosaurus brancai daneben verkörpert das genaue Gegenteil einer Jagdstrategie: ein gigantischer, langhalsiger Pflanzenfresser, dessen schiere Größe vermutlich selbst die meisten Raubtiere abschreckte. Die beiden montierten Skelette im selben Saal, der wendige Fleischfresser und der monumentale Riese, zeigen damit exemplarisch, wie unterschiedlich die Evolution auf dieselbe Herausforderung antworten kann: in einer Welt voller Konkurrenten zu überleben.

Mehr als nur der Dinosauriersaal

So sehr Tristan Otto und der Brachiosaurus die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, beschränkt sich das Museum für Naturkunde Berlin keineswegs auf Dinosaurier. Das Haus verwaltet eine sehr umfangreiche naturkundliche Sammlung mit Objekten aus Zoologie, Paläontologie und Mineralogie, von denen die Dauerausstellung nur einen kleinen Ausschnitt zeigt. Wer über den Dinosauriersaal hinaus Zeit einplant, findet auch in den übrigen Sälen, von Mineralien bis zu präparierten Tieren aus aller Welt, noch einiges zu entdecken.

Der Name des Museums ist Programm: "Naturkunde" bezieht hier ausdrücklich Geologie, Biologie und Astronomie mit ein, statt sich auf ein einzelnes Fachgebiet zu beschränken, ein Anspruch, der die Struktur der Ausstellung bis heute prägt.

Für einen ersten Besuch empfiehlt es sich, bewusst Zeit für beides einzuplanen: den spektakulären Dinosauriersaal als emotionalen Höhepunkt, und mindestens einen der ruhigeren Nebensäle, um die Bandbreite der Sammlung jenseits der großen Skelette zu erleben.

Der gläserne Kuppelsaal selbst ist dabei Teil des Erlebnisses: Das einfallende Tageslicht verändert die Stimmung im Raum im Tagesverlauf spürbar und lässt die Knochen der ausgestellten Skelette je nach Sonnenstand unterschiedlich wirken, ein Detail, das aufmerksamen Besuchern bei einem zweiten Besuch zu einer anderen Tageszeit auffällt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist an Tristan Otto besonders?

Es ist einer der ganz wenigen echten Tyrannosaurus-rex-Schädel, die weltweit öffentlich zu sehen sind. Die meisten Museen zeigen Nachbildungen.

Welches Fossil zeigt das Museum außerdem?

Eines der weltweit bedeutendsten Ur-Vogel-Fossilien, den Archaeopteryx, ein Bindeglied zwischen Reptilien und Vögeln.

Zeigt das Museum nur Dinosaurier?

Nein, das Haus verwaltet eine umfangreiche Sammlung aus Zoologie, Paläontologie und Mineralogie, von der die Dauerausstellung nur einen Ausschnitt zeigt.

Wie hoch ist das größte montierte Dinosaurierskelett im selben Saal?

Der Brachiosaurus brancai im selben Saal ist das höchste montierte Dinosaurierskelett der Welt.