Naturmuseum Dortmund: Schätze der Erde
Von einer Schulsammlung um 1900 zu einem Haus mit rund 250.000 Objekten, und einem Mineralienkabinett, das bis nach Namibia reicht.
Zwei Sammlungen unter einem Dach
Die Dauerausstellung zeigt rund 70.000 Mineralien, Gesteine und Fossilien, geordnet nach Mineralsystematik und Fundregion.
Eine eigene Sammlung von Mineralien aus der namibischen Grube Tsumeb gehört zu den Besonderheiten des Hauses.
dortmund.de: Öffnungszeiten und Informationen direkt bei der Stadt Dortmund.
Von der Schulsammlung zum Naturmuseum
Die Geschichte des Hauses beginnt nicht mit einem Museumsgebäude, sondern mit einem Lehrer: Um 1900 legte Edgar Weinert eine private Sammlung an naturkundlichen Objekten an, aus der 1912 ein eigenes Museumsgebäude wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 90 Prozent der damaligen Ausstellungsstücke durch Bombenangriffe zerstört, ein Verlust, von dem sich die Sammlung erst über Jahrzehnte hinweg wieder erholte. 1980 zog das Haus an seinen heutigen Standort im Fredenbaumpark, wo es seither kontinuierlich gewachsen ist.
Ein neuer Name nach sechs Jahren Umbau
Bis 2020 hieß das Haus offiziell Museum für Naturkunde der Stadt Dortmund. Nach einer sechsjährigen Umbauphase erhielt es im Rahmen eines öffentlichen Namenswettbewerbs seinen heutigen Namen: Naturmuseum Dortmund, kürzer, einladender, und ohne den behördlichen Klang des alten Titels.
Ein Mineralienkabinett mit Systematik
Im Zentrum der geowissenschaftlichen Sammlung steht das Mineralienkabinett, das die rund 70.000 Mineralien, Gesteine und Fossilien des Hauses nicht nach Fundort allein, sondern nach mineralogischer Systematik ordnet, ergänzt um einen eigenen Bereich für Funde aus Nordrhein-Westfalen. Ein Fluoreszenzkabinett zeigt zusätzlich, wie manche Mineralien unter UV-Licht in völlig anderen Farben aufleuchten, als das Tageslicht vermuten lässt.
Eine Sammlung mit Wurzeln in Namibia
Besonders hervorzuheben ist die Mineraliensammlung aus der namibischen Grube Tsumeb, einer der mineralogisch artenreichsten Lagerstätten der Welt. Solche international zusammengetragenen Sammlungsteile zeigen, dass ein regionales Naturmuseum nicht zwangsläufig nur regionale Funde zeigt: oft ergänzen gezielte Ankäufe oder Schenkungen die eigene Sammlung um Stücke, die sonst nur in den größten Naturkundemuseen zu sehen wären.
Mehr als Mineralien
Mit rund 150.000 Insekten bildet die entomologische Sammlung sogar den größten Teil des Gesamtbestands von etwa 250.000 Objekten, ein Verhältnis, das viele Besucher überrascht, die das Haus vor allem wegen seiner Steine und Kristalle kennen. Wer sich für Mineralogie ebenso wie für Insektenkunde interessiert, findet in Dortmund damit gleich zwei international respektable Sammlungen unter einem Dach.
Anders als bei den ganz großen Naturkundemuseen des Landes lässt sich das Haus in Dortmund an einem einzigen Nachmittag vollständig erleben, ohne dass Besucher zwischen konkurrierenden Ausstellungsschwerpunkten wählen müssen, ein Vorteil gerade für Familien, die einen Museumstag nicht auf mehrere Etappen verteilen wollen.
Wer beide Schwerpunkte des Hauses sehen möchte, plant am besten bewusst Zeit für beide Sammlungsteile ein: Mineralienkabinett und Insektensammlung liegen zwar unter einem Dach, sprechen aber unterschiedliche Interessen an und verdienen jeweils einen eigenen, entspannten Rundgang.
Häufig gestellte Fragen
Wie hieß das Naturmuseum Dortmund früher?
Bis 2020 offiziell Museum für Naturkunde der Stadt Dortmund. Der neue Name entstand im Rahmen eines öffentlichen Namenswettbewerbs.
Was zeigt das Mineralienkabinett in Dortmund?
Rund 70.000 Mineralien, Gesteine und Fossilien, geordnet nach mineralogischer Systematik, plus ein Fluoreszenzkabinett.
Was ist an der Tsumeb-Sammlung besonders?
Es sind Mineralien aus der namibischen Grube Tsumeb, einer der mineralogisch artenreichsten Lagerstätten der Welt.
Zeigt Dortmund nur Mineralien?
Nein, mit rund 150.000 Insekten bildet die entomologische Sammlung sogar den größten Teil des Gesamtbestands von etwa 250.000 Objekten.